Neuer Haas VF-18: Das erste F1-Auto des Jahres

Die Formel 1-Saison 2018 ist eröffnet. Zwölf Tage vor Beginn der Wintertestfahrten präsentierte HaasF1 ein erstes Computer-Modell seines neuen VF-18. Damit hat der US-Rennstall Williams im Rennen um die ersten Bilder der neuen Fahrzeuggeneration geschlagen. Williams präsentiert seinen neuen FW41 erst am Donnerstag (15.2.) in London. Während der englische Rennstall sein Auto live zeigen will, beschränkten sich die Amerikaner auf das Aussenden von Bildern im Internet.

Es ist das dritte Formel-1-Auto von HaasF1 seit dem Debüt 2016. Das Ziel liegt auf der Hand. Nach 29 Punkten in der Debütsaison und 47 Zählern im zweiten Jahr steht eine weitere Verbesserung auf dem Plan. Teambesitzer Gene Haas erklärt: „Wir haben mit der Konstruktion des neuen Autos einige Variablen eliminiert, von denen wir wussten, dass wir da Schwächen haben. Das Auto soll keine so starken Formschwankungen mehr zeigen. Außerdem wollen wir die Lücke zu den Top-Teams etwas schließen.“

Farblich erinnert das Auto wieder an die erste Saison. Rot auf der Nase, dem Heckflügel, vor dem Cockpit und im Teamnamen an den Seitenkästen lockert das Weiß und Grau den ehemals ganz dunklen Look deutlich auf. Der VF18 baut wie in den Jahren zuvor auf dem aktuellen Ferrari auf, der am 22. Februar präsentiert wird. Das US-Team steuert das Chassis, die Aerodynamik und die Kühler bei. Das „V“ in der Typbezeichnung VF-18 steht übrigens für „vertikal“. Es soll daran erinnern, dass Teambesitzer Gene Haas einer der größten Produzenten für computergesteuerte Fertigungsmaschinen ist. Seine erste „vertikale“ CNC-Fräsmaschine aus dem Jahr 1988 trug den Namen VF-1.

Haas VF-18 mit längerem Radstand

Haas VF-18 - F1-Auto - 2018 Foto: HaasF1

Der neue Haas VF-18 ist etwas länger geworden als das Vorjahresmodell.

Die Bilder des US-Renners geben einen ersten Eindruck, wie die 2018er Formel-1-Autos aussehen werden. Über dem Cockpit thront der unvermeidliche Halo. Von vorne ist der schwarz lackierte Titanbügel kaum zu sehen, weil der letzte Teil der Karbonröhre vor dem Cockpit ebenfalls in Schwarz lackiert ist. Außerdem zeigt der Cockpitschutz kaum aerodynamische Retuschen. Außer, dass sich die oberen Holme leicht verdicken, dort, wo sie parallel zum Cockpitrand verlaufen. Das Reglement erlaubt im Umkreis von zwei Zentimetern rund um die Holme Anbauten. Die letzten Details werden die Teams aber erst in Barcelona zeigen.

Auch das Airbox-Segel und der Monkey-Seat fehlen. Die 2018er Regeln verbieten es. Auf der Motorabdeckung des VF-18 sitzt ein schmaler Kamm, der schwarz lackiert ist und vor dunklem Hintergrund praktisch unsichtbar bleibt. HaasF1 spricht wie die versammelte Konkurrenz von einer Evolution des Vorjahresautos.

Gegenüber dem VF-17 wurde der Radstand leicht verlängert, ist aber nicht so extrem wie bei Mercedes oder Force India ausgelegt. Der Frontflügel mit dem dreifach gesplitteten Hauptblatt weist bis zu sieben Elemente auf. Aber das ist nur ein Basismodell. Fortsetzung folgt in Barcelona. Das gleiche trifft auf den Heckflügel zu, der im Vergleich zum Vorgänger mit leicht veränderten Endplatten bestückt wurde. Er steht wie beim 2017er Ferrari und dem Vorgängermodell auf zwei Stelzen.

Der VF-18 nimmt sich auch ein paar Anleihen von der Konkurrenz. Die Öffnung der Airbox erinnert an den alten Mercedes. Sie ist oval statt dreieckig. Im Inneren ist deutlich die Unterteilung in drei Kanäle zu erkennen. Der mittlere als Frischluftzufuhr für den Motor, die beiden äußeren für diverse Kühlaggregate. Über dem Diffusor ist nach Vorbild von Williams ein dünner Flügel angebracht. Als Ersatz für die verbotenen T-Flügel auf der Airbox. Der kastenförmige Vorbau vor den Kühleinlässen ist eine Anleihe von Ferrari. Doch HaasF1 hat das Prinzip ganz anders gelöst als der große Bruder.

Haas baut Seitenkästen und Bargeboards um

Im Bereich der Leitbleche und des Unterbodens vor den Kühleinlässen trägt der US-Ferrari eine ganz eigene Handschrift. Auch dort, wo er die spektakulärste Idee des Vorjahres-Ferrari aufgreift. Auch der 2018er HaasF1 hat einen rechteckigen Vorbau vor den Kühlern. Der erlaubt kürzere Seitenkästen und von oben betrachtet eine Ebene, die sich nach vorne pfeilt. Bei HaasF1 ist der Vorbau viel filigraner als bei seinem Vorbild.

Die obere Horizontalstrebe liegt deutlich unter dem oberen Rand der Seitenkästen. Auch die Bügelflügel über den Seitenkästen sind individuell gestaltet. Schmaler als bei Ferrari und nur halb so hoch. Sie reichen nicht auf den Boden, sondern werden schon unterhalb des Kühleinlasses wieder mit dem Seitenkasten verbunden.

Im Bereich vor den Seitenkästen fand die mit Abstand größte Entwicklung statt. Der vordere Teil des Unterbodens fasert in vier Zungen aus. Die Leitbleche wurden weiter vorne montiert und splitten sich in vier Elemente auf, die nun nicht mehr rechteckig verlaufen, sondern sich Richtung Seitenkästen verjüngen. Von oben nach unten betrachtet folgen sie mehr der Kontur des Einzugs des Seitenkastens. Auch bei den Strömungshilfen unter der Nase geht HaasF1 seinen eigenen Weg. Der wurde bereits 2017 angedeutet, ist jetzt nur extremer modelliert.

Teamchef Guenther Steiner verrät, dass die größte Aufgabe der Designer die Integration des Halos war. „Das hat die Aerodynamiker einige Arbeit gekostet. Die Fahrzeug-Designer waren gefordert, das Chassis zu verstärken, damit es alle Belastungstests besteht. Das hat das Gesamtgewicht erhöht und den Schwerpunkt nach oben gesetzt.“ Der neue HaasF1 liegt trotz 14 Kilogramm Extragewicht am Gewichtslimit von 734 Kilogramm.

In der Galerie haben wir Ihnen die Bilder des neuen Haas VF-18. Wir zeigen Ihnen die neue Lackierung und die wichtigsten Aero-Modifikationen im Detail.

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