Valtteri Bottas glaubt an sich: WM-Platz zwei soll es noch werden

Valtteri Bottas geht selbstkritisch mit seinen Leistungen in der zweiten Saisonhälfte um. In den verbleibenden vier Saisonrennen will er Sebastian Vettel noch vom zweiten WM-Platz verdrängen. Und im nächsten Jahr auf das Niveau von Lewis Hamilton kommen.

20.10.2017 Andreas Haupt

Noch kann Valtteri Bottas Weltmeister werden. Theoretisch. Bei 72 Punkten Rückstand auf Teamkollege Lewis Hamilton sind seine Chancen allerdings so klein wie die von Fußball-Zwerg San Marino, sich je für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Das weiß der Pilot selbst. Trotzdem hakt der 28-Jährige die Saison nicht vorzeitig ab. Es gibt noch ein Ziel für ihn: Sebastian Vettel den zweiten Rang in der Weltmeisterschaft abzuluchsen.

Bottas lobt Hamiltons Qualitäten

Dazu muss der Mercedes-Fahrer 13 Punkte aufholen. Nach 16 von 20 Rennen steht es nach Punkten 247 zu 234 für Vettel. Der zweite Platz wäre allerdings nur ein kleiner Trost. Bottas wollte 2017 bis zum Schluss um den Fahrer-Titel kämpfen und ihn möglichst auch gewinnen. Bis zur Sommerpause lag er zumindest in Schlagdistanz. Dann aber drehte Hamilton auf und zeigte, wer die Nummer eins, und wer die Nummer zwei bei Mercedes ist.

Mercedes - GP USA - Austin - Formel 1 - Donnerstag - 19.10.2017 Foto: ams

Valtteri Bottas will mit dem launischen Mercedes W08 in Austin ein Topergebnis einfahren.

Bottas strauchelt seit dem GP Belgien mit dem launischen W08. Hamilton hingegen flog zu vier Siegen. „Lewis kann Probleme umfahren“, lobt der Finne. „Er kann sich schnell auf neue Situationen einstellen. Er hat jede Menge Erfahrung und war schon öfters in schwierigen Situationen. Das hilft ihm beim Verständnis für das Auto, das Setup und die Strecke.“

Dem WM-Dritten setzt die schwere Phase zu. Statt um Siege zu kämpfen, muss er für Hamilton fahren. So gesehen in Malaysia und Japan, als ihn die Mercedes-Strategen zum Schutz des Teamkollegen einsetzten. Einmal gegen Vettel. Das andere Mal gegen Verstappen. Immerhin gab es in Japan einen Lichtblick. Trotz einer Getriebestrafe und dem siebten Startplatz schaffte es Bottas fast auf das Podest. „Das war endlich mal ein Wochenende, das nicht komplett furchtbar für mich lief. Ich kann aus dem Rennen Selbstvertrauen ziehen. Ohne die Strafe hätte ich sicher besser abgeschnitten.“

Zwei Siege nicht gut genug für Bottas

Der Finne geht durchaus selbstkritisch mit seinen Leistungen um. „Zwei Saisonsiege stellen mich nicht zufrieden. Meine bisherige Punkteausbeute ebenfalls nicht.“ Trotzdem glaubt er, die Fähigkeiten zu haben, im nächsten Jahr mit Hamilton mitzuhalten. „Ich lerne aus den Schwierigkeiten. Ich habe mich bereits in bestimmten Bereichen verbessert, die vorher nicht gepasst haben.“

An Austin erinnert er sich gerne zurück. 2013 holte Bottas die ersten vier seiner bisher 645 WM-Punkte. Allerdings schnitt er in den USA nie besser als Rang fünf ab. Das war 2014. In den letzten beiden Jahren ereilte ihn das Pech. 2015 zwang ihn eine defekte Aufhängung zur Aufgabe. Im Vorjahr rasselte er im Startgetümmel mit Nico Hülkenberg aneinander. Das sollte 2017 besser nicht passieren, sollte Bottas den Ferrari von Vettel noch abfangen wollen.

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