Wehrlein muss weiter zittern: „Unser Auto ist eine Wundertüte“

Pascal Wehrlein hat noch immer kein Cockpit für 2018. Der Sigmaringer muss sich weiter gedulden und hoffen. Eine Entscheidung über seine Zukunft hätte er gerne vor Saisonende. Eine echte Deadline gibt es für ihn aber nicht.

20.10.2017 Andreas Haupt

Was passiert mit Pascal Wehrlein? Der DTM-Champion von 2015 sucht nach einem Cockpit für 2018 in der Formel 1. Eigentlich kommen nur zwei Teams in Frage. Ein Verbleib bei Sauber. Oder doch ein Überraschungswechsel zu Williams. Im Fall von Sauber klopft Ferrari-Nachwuchstalent und Formel 2-Meister Charles Leclerc an die Tür. Das spürt auch Wehrlein-Teamkollege Marcus Ericsson: „Es liegt an mir zu zeigen, dass ich es mir verdiene, hier in der Startaufstellung zu stehen.“

Bei Williams scheint die Entscheidung für das Cockpit neben Lance Stroll zwischen Felipe Massa, Robert Kubica und Paul di Resta zu fallen. Letztere testeten vor kurzem den 2014er Williams auf dem Hungaroring. Kubica probte im alten Auto sogar ein weiteres Mal in Silverstone. Würde Wehrlein auch gerne mal für Williams testen? „Ja“, antwortet der aktuelle Sauber-Pilot kurz und schiebt ein Lächeln hinterher.

In jedem Fall würde Wehrlein gerne vor Saisonende Bescheid wissen, ob es mit ihm in der Formel 1 weitergeht. „Als Fahrer ist es schön, vor dem letzten Rennen zu wissen, was passiert. Ab diesem Zeitpunkt widmet man sich in Gedanken schon voll dem nächsten Jahr.“ Eine Deadline gebe es für ihn aber nicht.

Trocken oder nass: kein Unterschied für Sauber

2017 gibt es für Sauber unter normalen Umständen nichts mehr zu holen. Der C36 ist das langsamste Auto im Feld. Und ein launisches obendrein. „Unser Auto ist eine Wundertüte“, sagt Wehrlein. Der 23-Jährige erklärt es so: „In Malaysia waren wir ordentlich dabei. Aber wir wissen nicht, warum. In Japan war am Freitag noch alles gut. Am Samstag war das Auto dann wie ausgewechselt und nicht mehr mit dem Vortag zu vergleichen. Es verschlechterte sich, obwohl wir nichts geändert hatten.“ Während Wehrlein in Malaysia im Qualifying und auch teilweise im Rennen mit dem Mittelfeld mithalten konnte, wurde er in Suzuka von seinen Vordermännern überrundet.

Es lässt sich kein Muster erkennen, wann der Sauber C36 funktioniert und wann nicht. „In Bahrain, Barcelona, Baku und Malaysia hat es gut geklappt. Aber das sind unterschiedliche Strecken“, befindet Wehrlein. „Unser Auto ist einfach sehr spitz zu fahren.“ Deshalb weiß Wehrlein auch nicht, was er für das kommende Rennen in Austin erwarten soll. Selbst mögliche Regenschauer sieht er nicht als Hilfe. „Trocken oder nass: Das macht im Prinzip keinen Unterschied. Mit wenig Anpressdruck wirst du auch im Regen abgestraft. Unser Abstand bleibt bei ungefähr vier Sekunden zur Spitze.“

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