Red Bull angriffslustig: „In Austin kann man überholen“

Für Red Bull geht es nur noch um Einzelerfolge. Die Fahrer-Weltmeisterschaft entscheidet sich zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. In der Konstrukteurs-WM belegt das Team aus Milton Keynes nach bisher 16 Rennen den dritten Rang hinter Mercedes und Ferrari. Der Rückstand auf den Rennstall aus Maranello ist mit 92 Punkten bereits zu groß, um in den letzten vier Rennen noch von einer realistischen Chance auf den zweiten Platz zu sprechen.

„Ferrari hat das schnellste Auto“

Der schwache Start in die Saison kostete Red Bull. Inzwischen hat man aufgeholt. Besonders in Singapur, Malaysia und Japan zeigte sich der RB13 konkurrenzfähig gegenüber Mercedes und Ferrari. Daniel Ricciardo sieht zwei Faktoren, die zu der stark ansteigenden Formkurve geführt haben: einerseits die Entwicklung, andererseits das Verständnis für das Auto. „Die Updates haben uns geholfen. Aber zu so einem späten Zeitpunkt der Saison ist es meistens auch so, dass du dein Auto besser kennst. Wir wissen jetzt, wie wir es abstimmen müssen. Da kommt einem das Fenster für das Setup größer vor, als es eigentlich ist.“

In Austin will Red Bull die WM-Anwärter wieder ärgern. Ricciardo traut sich zu, um den Sieg zu kämpfen, sofern alles passt. „Wir haben eine starke Rennpace, wie sich in den letzten Rennen gezeigt hat.“ Auf der anderen Seite sagt der Australier: „Wenn Ferrari alles hinbekommt, haben sie das schnellste Auto im Feld. Aber das war ja in den letzten Rennen nicht immer der Fall.“

Motorstrafe für Verstappen

Max Verstappen hingegen gibt sich bedeckt auf seine Erwartungen für das Rennen in Austin angesprochen. „Ich habe keine“, sagt der zweifache GP-Sieger mürrisch. Das mag daran liegen, dass der 20-Jährige für den 17. Grand Prix der Saison eine Startplatzstrafe auffasst. Seine Mechaniker bauen ihm den sechsten Motor ein. Auch Ricciardo, der bei fünf Motoren steht, blüht in dieser Saison noch eine Strafversetzung. Allerdings will Red Bull nicht an einem Wochenende seine Möglichkeiten durch zwei gleichzeitige Motorenwechsel minimieren.
Red Bull - GP USA - Austin - Formel 1 - Donnerstag - 19.10.2017 Wieder Motorstrafen in Austin Renault bringt Motor-Upgrade
An Austin hat Red Bull gute Erinnerungen. Nur 2015 schaffte es keines der blauen Autos auf das Podest. Mit Sebastian Vettel errang man 2013 den Sieg. Ricciardo sprang 2014 und 2016 jeweils auf das Podest. „Die Strecke lag uns in der Vergangenheit. Das stimmt mich noch optimistischer“, sagt der Mann aus Perth.

Im Rennen kann Red Bull mit Mercedes und Ferrari mithalten. Im Qualifying hingegen fehlt es noch. „Wir haben leider keinen Quali-Modus, um den Motor aufzudrehen“, bedauert Verstappen. Austin ist allerdings eine überholfreundliche Strecke. Mit einer 1,090 Kilometer langen Geraden und mehreren Überholstellen. „Es gibt hier mindestens drei bis vier gute Gelegenheiten, um den Vordermann zu überholen“, sagt Ricciardo mit einer hoffnungsvollen Stimme. Soll heißen: Der fünffache GP-Sieger glaubt, dass das Qualifying in Austin nicht über ein Topergebnis entscheidet. Die Statistik lässt andere Schlüsse zu: Auf dem Circuit of the Americas gewann noch nie ein Pilot außerhalb der ersten Startreihe.

Vier Rennen vor Saisonende richtet sich der Blick ebenfalls schon auf 2018. Die Piloten sind optimistisch, im kommenden Jahr bereits von Anfang an um Siege zu kämpfen. Wenn Ricciardo auch einschränkt. „Wir müssen bis Februar, März mit Prognosen abwarten.“

Kommentar verfassen