Pizarro vor Werder: „Ich würde nicht jubeln“

Peruaner vom 1. FC Köln schließt WM 2018 nicht aus

Teammanager Max Vollmar schüttelte den Kopf und Claudio Pizarro schaute traurig aus der Wäsche. Der Peruaner hatte Vollmar gebeten, alles zu versuchen, ihn noch auf die Spielberechtigungsliste für die Europa League zu bekommen – vergebens. „Es ist bitter, in dieser Situation nicht dabei zu sein“, so Kölns Hoffnungsträger, der in den Tagen, in denen die Mannschaft im weißrussischen Baryssau weilt, alleine am Geißbockheim trainiert.

Claudio Pizarro

Immerhin wird der Umstand, dass Pizarro nicht in der Europa League auflaufen darf, seiner Fitness im Zweifelsfall zuträglich sein – was wiederum von Vorteil ist. Denn eine wahre Herkulesaufgabe wartet auf das Team insgesamt und auf Pizarro speziell. Das bevorstehende Kellerduell gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) soll die Weichen für den 1. FC Köln in eine neue Richtung stellen. Da kennt Pizarro keine Verwandten: „Es ist speziell, auf die alten Kollegen zu treffen. Aber es gibt kein Mitleid, mein Kopf ist beim FC und wir brauchen den Sieg genauso.“ Am liebsten mit einem Tor von ihm, es wäre der 192. Bundesliga-Treffer seiner langen Karriere: „Ein Tor wäre sehr schön, ich würde mich sehr freuen, aber sicher nicht jubeln.“

Die Fitness stimmt, der 39-Jährige nutzte die spielfreie Zeit zuletzt intensiv: „Ich habe gut trainiert, es war fast wie eine kleine Vorbereitung.“ Sichtbar erstaunt darüber, dass dies jemand in Zweifel ziehen könnte, antwortet er auf die Frage, ob er von Anfang an spielen könne: „Kein Problem. Ich hoffe, dass ich von Beginn an dabei bin. Aber das entscheidet der Trainer.“

Pizarro: „Wenn ich fit bin, kommt vielleicht die Chance“

Claudio Pizarro – das strömt ihm aus jeder Pore – hat noch eine Menge vor. Möglicherweise über die Saison hinaus („Vielleicht fühle ich mich nächstes Jahr so gut, dass ich noch ein Jahr weitermachen will“), vielleicht sogar im Sommer in Russland. Peru kann sich über die Play-Offs gegen Neuseeland für die WM 2018 qualifizieren, „Pizza“ ist nie aus dem Nationalteam zurückgetreten und in ständigem Austausch mit Trainer Nolberto Solano. Der hat sich zwar ein Team aus jungen Spielern mit dem Ex-Münchner und- Hamburger José Paolo Guerrero als Anführer zusammengestellt. Doch Pizarro glaubt nicht, dass dieses Kapitel endgültig geschlossen ist: „Wenn ich fit bin, kommt vielleicht die Chance. Er hat noch nicht gefragt. Aber wenn ich gezeigt habe, was ich kann, dann bin ich gut für die Mannschaft.“

Zukunftsmusik. Jetzt zählt der Sonntag, der Sieg gegen Werder. Pizarro glaubt an nichts anderes. Und an die Fans: „Dass wir ein Heimspiel haben, ist sicher von Vorteil. Und unsere Fans glauben an uns, sie stehen hinter uns. Das ist sehr wichtig in dieser schwierigen Situation.“

Frank Lußem

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