Köln und Stuttgart hoffen auf Tore

Überblick: Dortmunds Rekordjäger messen sich mit Leipzig

Nach der Länderspielpause geht es in der Bundesliga wieder rund: Am Freitag starten Stuttgart und das sieglose Tabellenschlusslicht Köln in den 8. Spieltag. Tags darauf gibt Jupp Heynckes sein Comeback als Bayern-Trainer gegen Freiburg. Außerdem trifft Mainz-Torwart Adler gegen den HSV auf seinen Ex-Verein. Am Abend steigt das Topspiel zwischen Spitzenreiter Dortmund und dem Dritten Leipzig. Am Sonntag begegnen sich die Werksklubs Leverkusen und Wolfsburg. Schlussendlich hofft Bremen auf den ersten Sieg im Heimspiel gegen Mönchengladbach.

Stuttgart und Köln sehnen sich nach mehr Toren

Daniel Ginczek & Simon Terodde

Der 8. Spieltag startet am Freitagabend (20.30 Uhr) mit der Partie Stuttgart gegen Köln. Der VfB konnte in den ersten sieben Runden nur vier Tore erzielen. Genau hier setzte Trainer Hannes Wolf in der Länderspielpause an. „Wir wissen, dass vier Tore, davon zwei aus dem Spiel heraus, dünn sind. Wir wollen es besser machen und gefährlicher werden.“ Dabei denkt Wolf über eine Systemumstellung mit Doppelspitze (Ginczek/Terodde) und einem Zehner (Donis) dahinter nach. Gleichzeitig soll die defensive Stabilität gewahrt bleiben. Zu Hause sind die Schwaben in dieser Saison noch ungeschlagen (2/1/0) und ließen dabei kein einziges Gegentor zu. Ein schlechtes Vorzeichen für den FC, der auswärts noch nicht ins Tor traf und saisonübergreifend seit elf Auswärtsspielen auf einen Sieg wartet? Die Geißböcke müssen vor allem die schwächste Chancenverwertung der Liga (6,1 Prozent) verbessern. Dabei könnte Neuzugang Pizarro helfen.

Heynckes-Comeback gegen Freiburg

Jupp Heynckes

Am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) hofft der FC Bayern, mit seinem neuen alten Trainer Jupp Heynckes wieder voll durchzustarten. Für den 72-Jährigen, der für Carlo Ancelotti übernahm, ist es das erste Pflichtspiel seit dem Triple-Gewinn 2013. 62,2 Prozent der kicker-Leser (Umfrage mit 79.075 Teilnehmern) sind der Meinung, dass der FCB mit Heynckes die richtige Personalie an Land gezogen hat. Beim Comeback gastiert Freiburg in München. Für den Sportclub ein hartes Pflaster, denn der SCF konnte keines der 17 Auswärtsspiele bei den Bayern gewinnen. Die letzten 13 Heimspiele gewannen die Münchner sogar allesamt. Der personifizierte Alptraum der Breisgauer heißt Lewandowski, der den Freiburgern in elf Begegnungen zwölf Tore einschenkte und zusätzlich sechs Assists gab.

Treffen im oberen Drittel: TSG gegen FCA

Mit Hoffenheim und Augsburg treffen sich zwei Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel zum direkten Duell. Die TSG setzt dabei erneut auf die eigene Offensive und den Heimvorteil: Zum einen traf 1899 bislang in jedem Spiel. Zum anderen sind die Kraichgauer saisonübergreifend seit 21 Heimspielen ungeschlagen und können diesen Vereinsrekord weiter ausbauen. Kann der FCA diesen Lauf stoppen? Immerhin waren es die Fuggerstädter, die gegen Hoffenheim zuletzt die Null hielten (0:0 am 34. Spieltag 2016/17). Im Fokus dürfte TSG-Stürmer Szalai stehen, der in insgesamt sieben Partien gegen seinen „Lieblingsgegner“ Augsburg schon fünfmal traf. Zum anderen geht es für Hoffenheims Verteidiger Vogt im 150. Bundesliga-Spiel gegen seinen Ex-Klub (2012-2014 beim FCA).

Heimstarke Hertha empfängt Tabellennachbarn Schalke

Die Tabellennachbarn Hertha BSC (10.) und Schalke (9.) duellieren sich im Olympiastadion. Vor der Pause hatten beide Teams einen kleinen Durchhänger mit jeweils drei Pflichtspielen ohne Sieg. Allerdings kann sich Berlin auf seine Heimstärke verlassen: In der laufenden Spielzeit ist die Alte Dame auf eigenem Rasen noch ungeschlagen (2/2/0) und erzielte in allen 13 Heimspielen im Kalenderjahr 2017 immer mindestens ein Tor. Diese Serie wollen die Gäste aus Gelsenkirchen brechen. Fraglich ist noch, ob der werdende Vater Oczipka auflaufen kann. Als Ersatzmann für die Linksverteidigerposition stünde Kehrer bereit.

Adlers Wiedersehen mit taumelndem Ex-Verein

Parallel empfängt Mainz kriselnde Hamburger. Ein ganz besonderes Spiel für FSV-Torwart Adler, der lange beim HSV zwischen den Pfosten stand (2012-2017). „Fünf Jahre kann man nicht einfach wegwischen – und will ich auch gar nicht. Es ist schon ein anderes Spiel, klar. Aber ich versuche, es nicht zu hoch zu hängen“, erklärt Adler im kicker-Interview und ergänzt mit einem Grinsen: „Wir wollen einfach unser Heimspiel gewinnen. Mit einem Sieg im Rücken schreitet man deutlich leichter in die Auswärtskabine.“ Die Hanseaten holten aus den vergangenen fünf Spielen nur einen einzigen Punkte (0/1/4) und blieben dabei ohne einen einzigen Treffer. Nicht die einzige Statistik, die zu denken gibt: Der HSV hat die schwächste Zweikampfquote (47,2 Prozent, wie Gladbach), die schwächste Passquote (67,1 Prozent) und den zweitniedrigsten Ballbesitz (41 Prozent, nach Freiburg mit 40).

Heimstarke Hannoveraner gegen lauffreudige Frankfurter

Aufsteiger Hannover verblüfft die Bundesliga. „Das Team ist komplett intakt. Für mich steht die Mannschaft über allem. Diese Geschlossenheit, die wir haben, ist noch wichtiger als die individuelle Qualität“, verrät Mittelfeldmann Bakalorz das Erfolgsgeheimnis der Niedersachsen. Saisonübergreifend ist 96 seit 18 Heimspielen unbesiegt (15/3/0) und seit neun Partien auf eigenem Rasen sogar ohne Gegentreffer. Insgesamt erst vier Gegentore seit dem Wiederaufstieg bedeuten gar einen neuen Vereinsrekord in Hannover. Gegner Einracht Frankfurt setzt auf jede Menge Laufarbeit (im Schnitt 116,8 Kilometer/Spiel). „Mehr zu laufen ist wichtig für unser Spiel, in dem jeder zwischen 11,5 und 13 Kilometer laufen muss. Wenn es fußballerisch nicht geht, müssen wir kämpfen und laufen“, erklärt SGE-Mittelfeldspieler Medojevic.

Dortmund auf Rekordjagd – Stolperstein Leipzig?

Maximilian Philipp & Pierre-Emerick Aubameyang

Am Samstagabend (18.30 Uhr) bittet Spitzenreiter Dortmund das drittplatzierte Leipzig zum Topspiel. Die Borussia startete nahezu perfekt in die Saison, holte 19 von 21 möglichen Punkten (6/1/0). „Wir haben fast die 100-prozentige Ausbeute geholt. Es ist ein gutes Gefühl, dass die Dinge richtig greifen“, freut sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc. 19 Punkte und eine Tordifferenz von +19 bedeuten gar den besten Start in der Bundesligageschichte der Schwarz-Gelben. Einen weiteren Rekord kann Dortmund derweil ausbauen: Seit 41 Heimspielen ist die Borussia unbesiegt. „Dortmund steht zu Recht da oben und ist momentan die beste Mannschaft in Deutschland“, lobt RB-Mittelfeldmann Demme. „Aber trotzdem können wir auch da punkten, wenn wir an unser Leistungslimit gehen. Wir müssen kompakter auftreten als zuletzt und wenig Räume zulassen, damit sie vorn ihr Tempo nicht ausspielen können.“

Torgarantie beim Treffen der Werksklubs

Bernd Leno

Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) brauchen sowohl Leverkusen als auch Wolfsburg die Punkte, um aus dem grauen Mittelmaß herauszukommen. Zumindest Tore sollten garantiert sein: In 40 Duellen zwischen beiden Klubs gab es noch nie ein 0:0. „Wir brauchen natürlich Punkte, müssen jetzt langsam mal eine Serie starten“, fordert Bayer-Keeper Leno. Was für die Werkself spricht, ist die Heim-Ausbeute unter Trainer Heiko Herrlich mit sieben von neun möglichen Punkten sowie die derzeit längste Torserie der Bundesliga mit zwölf Partien mit mindestens einem Treffer. Auf einen Aufwärtstrend hofft auch der VfL. Unter dem neuen Coach Martin Schmidt teilten die Niedersachsen zuletzt dreimal die Punkte. „Hoffnung macht mir die Einstellung der Truppe“, sagt Manager Olaf Rebbe. „Klar ist, dass wir punkten müssen. Wir sollten unsere PS auf die Straße bringen.“

Werder will den ersten Sieg

Am Sonntagabend (18 Uhr) rundet die Paarung Bremen gegen Mönchengladbach den 8. Bundesliga-Spieltag ab. Dabei hofft Werder auf den ersten Sieg in der laufenden Spielzeit. Saisonübergreifend wartet der SVW sogar schon seit zehn Partien auf einen Dreier. „Natürlich passen die Ergebnisse nicht, dadurch steigt der Druck. Wir sind alle nicht blind und können die Tabelle lesen. Wir brauchen Punkte“, sagt Bremens Kapitän Junuzovic im kicker-Interview und nennt den Hauptgrund für die Misere: „Die Effektivität, ganz klar. Leider nutzen wir unsere Chancen bisher nicht so aus.“ Wird es gegen Gladbach besser? Die Borussia konnte fünf der letzten sechs Duelle mit Werder gewinnen – die letzten drei entschieden die Fohlen allesamt für sich. Offen ist noch die Belegung der Doppelsechs. Für den Platz neben Kramer drängen sich mit Hofmann, Cuisance und Zakaria gleich drei Alternativen auf.

cru

Tabellenrechner 1.Bundesliga

powered by Kicker.de





Kommentar verfassen