Angst vor Team-Crash in Suzuka: Stallregie bei Force India und Haas

Für Force India und HaasF1 hat sich der GP Japan gelohnt. Force India kürte sich mit 14 Punkten praktisch endgültig zum WM-Vierten. Mit 147 Zählern hat das Team aus Silverstone mehr als doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie Williams, das sich mit einem lausigen 10. Platz von Felipe Massa begnügen mussten.

Für HaasF1 haben sich die 6 Zähler für die Plätze 8 und 9 für Kevin Magnussen und Romain Grosjean noch mehr gelohnt. Das US-Team sprang in der WM-Tabelle an Renault vorbei auf Platz 7. Und behält sich damit eine Chance, Toro Rosso noch einzuholen. Red Bulls B-Team blieb punktelos, und die vielen Fahrer-Rochaden lassen auch in den nächsten Rennen nicht viel erwarten. Der Vorsprung auf HaasF1 ist auf 9 Punkte geschrumpft.

Force India auf Nummer sicher

Esteban Ocon - GP Italien 2017 Foto: xpb

Sergio Perez hing dem Schwesterauto das halbe Rennen im Heck.

Die Force India-Piloten Esteban Ocon und Sergio Perez kreuzten die Ziellinie zwar im Abstand von 3,6 Sekunden, waren aber praktisch gleich schnell. Perez hatte aber 17 Sekunden Luft nach hinten, so dass er keinen Sinn sah, Ocon im Getriebe zu stecken.

Während des Rennens kam es zu einem eifrigen Funkverkehr zwischen den Fahrern und ihrem Kommandostand. Als Perez endlich auf seinen Teamkollegen aufgeschlossen hatte, bettelte er darum, überholen zu dürfen. Seine Bitte – „he is too slow“ – wurde immer wieder abgewiesen. Stereotype Antwort von der Boxenmauer: „No, hold position.“ Sportdirektor Otmar Szafnauer amüsierte sich: „Wir haben das ungefähr 20 Mal gehört.“

Force India ist noch nicht so weit, dass man seine Fahrer nach den Kollisionen von Baku und Spa wieder von der Kette lässt. „Sie müssen sich freies Fahren erst wieder verdienen. So lange bestimmen wir, was läuft.“ Ocon war nicht wirklich langsamer. Angesichts der komfortablen Situation auf den Plätzen 6 und 7 wurde der lange Franzose angewiesen, die Motorleistung runterzudrehen und die Reifen zu schonen. „Für den Fall, dass am Ende noch ein Safety-Car kommt“, so Szafnauer.

Stallregie auch bei HaasF1

Kevin Magnussen und Romain Grosjean trennten nur 0,9 Sekunden. Die beiden HaasF1-Piloten fuhren das ganze Rennen lang als Paket. Und steckten zweitweise mit Felipe Massa, Pierre Gasly und Nico Hülkenberg im Pulverdampf.

Da wäre es der Super-GAU gewesen, wenn sich die Teamkollegen selbst eliminiert hätten. „Wir haben den Fahrern gesagt, was zu tun ist“, umschreibt Teamchef Guenther Steiner die Teamorder. Wenn das Auto schon mal im Reifenfenster fährt, muss man die Gunst der Stunde auch nutzen. „Wir haben kein schlechtes Auto. Wenn wir die Reifen in den Griff kriegen, läuft es gut bei uns. Es müsste nur immer gut laufen“, fordert Steiner.

Der Südtiroler weiß, dass jetzt jeder Punkt zählt. Nicht nur im direkten Kampf gegen Renault und Toro Rosso, bei dem der Werksrennstall aus Frankreich vermutlich der unangenehmere Gegner ist. „Auch auf McLaren müssen wir aufpassen. Dort, wo die Kiste läuft, sind sie sauschnell. Und sie haben mit Alonso und Vandoorne exzellente Fahrer.“

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