Die Zukunft der Formel 1: Motorpräsentation am 31. Oktober

Lange wurde nur darüber geredet. Zuletzt schien es fast ein bisschen in Vergessenheit geraten. Die neuen Formel 1-Besitzer haben den Teams versprochen, dass sie bis Ende diesen Jahres ihre Eckpfeiler für die Formel 1 präsentieren wollen. Und die beginnt mit Ablauf des Concorde Abkommens im Jahr 2021.

Nach den Ankündigungen wurde es ruhig. Doch jetzt will Liberty Media liefern. Die Rechteinhaber haben zusammen mit der FIA die Regeln ausgearbeitet, die in 4 Jahren für Autos, Motoren, Teams und den Entscheidungsweg gelten sollen.

Allradantrieb gestorben

Die Stunde der Wahrheit wird am 31. Oktober eingeläutet. Dann präsentieren FIA und FOM den Teams das neue Motorenreglement. Es wird billiger, simpler, lauter und auch für einen privaten Motorenhersteller darstellbar. Kein V12 wie in sich Red Bull wünscht, aber auch keine Weltraumtechnik, wie es Mercedes, Renault und Porsche gerne hätten. Man darf von einem V6-Turbo mit zwei Elektromaschinen ausgehen.

Pierre Gasly - GP Japan 2017 Foto: Red Bull

Ein Allradantrieb ist für die Zukunft vom Tisch.

Viele Standardteile sollen den Aggregaten ihre Komplexität rauben und die Entwicklungskosten einbremsen. Die Kombination aus MGU-K und MGU-H soll helfen, die 1.000 PS-Grenze zu knacken. Zusammen mit einer aerodynamischen Abrüstung soll das am Ende wieder Autos geben, die schwierig zu fahren sind. Der Allradantrieb ist aus Gewichts- und Kostengründen gestorben. Ein KERS an der Vorderachse generiert zu wenig Strom, um das Gewichtshandikap zu kompensieren.

Im Gegensatz zu früher wollen die neuen Drahtzieher eine große Diskussionsrunde vermeiden. Man kann Änderungswünsche beantragen, muss sie aber ausreichend begründen. Vernünftige Einwände will die Regelfindungsgruppe mit in den Motor der Zukunft einfließen lassen. Wer Konzepte aus Prinzip ablehnt, wird vor die Wahl gestellt: Friss oder stirb.

Diskussionen sollen verschwinden

Noch etwas soll sich ändern. Das aktuelle System der Entscheidungsfindung wird abgeschafft. Es wird keine Strategiegruppe oder Formel 1-Kommission mehr geben. Der Debattierclub der Königsklasse hat in den vergangenen Jahren nur Stillstand produziert. Die Macher der Formel 1 wollen sich die Freiheit herausnehmen, auf Fehler zu reagieren. Viele Theorien sind erst in der Praxis zerbrochen.

FIA und FOM wollen auch bei der Technik schnell auf Missstände oder Fehlentwicklungen reagieren können. Ross Brawn hat ein Team von Ingenieuren um sich herum aufgebaut, das mit eigenen Windkanalmodellen zukünftige Regeländerungen in Bezug auf Rundenzeiten oder die Sensibilität der Aerodynamik im Verkehr erforschen kann. Das ist eine völlig neue Dimension. So macht sich Liberty Media von der Expertise der Teams unabhängig. Und die flüsterten den Regelmachern in der Vergangenheit immer das ein, was ihnen nutzte, was aber nicht unbedingt gut für den Sport war.

Budget-Deckel-Konzept kommt am 7. November

Damit kann das Reglement für die Autos schon ab 2019 vorbereitet werden. Bis dann soll auch die Budgetdeckelung stehen. Das Grundgerüst der neuen Chancengleichheit wird im Rahmen der nächsten Strategiegruppen-Sitzung am 7. November vorgestellt. Die Kosten sollen schrittweise gesenkt werden, so dass sich die großen Teams langsam gesundschrumpfen können.

In der Anfangsphase könnte jedem Team mindestens ein Aufpasser an die Seite gestellt werden, der in das Tagesgeschäft eingebunden ist. So wird es schwieriger, Ausgaben zu verstecken oder zu tarnen. Die schwierigste Aufgabe einer Kostenkontrolle ist es, das Vertrauen der Teams zu gewinnen. Sie müssen das Gefühl haben, dass die Überwachung lückenlos ist.

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