Vettels WM-K.o.: Eine Zündkerze macht den Unterschied

Lange, sehr lange noch saß Sebastian Vettel in seinem Ferrari. Fast schien es, als fehle ihm selbst für das Aussteigen aus dem Auto der Antrieb. 

In den Minuten davor – das ist ihm wohl erst in diesem Moment richtig klar geworden – hat der Deutsche die WM verloren; noch nicht endgültig, aber so gut wie.

Nach nur vier Runden musste der Heppenheimer beim Großen Preis von Japan seinen Boliden abstellen, während sich sein Konkurrenz Lewis Hamilton anschickte, auch dieses Rennen zu gewinnen und nun mit 59 Punkten Vorsprung in die letzten vier Rennen geht.

Vettel wie versteinert

Teamchef Maurizio Arrivabene war der Erste, der sich um Vettel kümmerte, mit ihm sprach, ihn tröstete. Ob der Heppenheimer das aber überhaupt wahrgenommen hat? Wie versteinert wirkte er, als er das erklären sollte, was nicht zu erklären war.

„Dass solche Dinge passieren, ist natürlich bitter. Ich will nicht sagen, das gehört dazu, aber manchmal trifft es einen“, sagte Vettel. Ein Problem mit einer Zündkerze war es diesmal, das den viermaligen Weltmeister den möglichen Sieg gekostet hat.

„Wir haben das Problem schon bei der Fahrt in die Startaufstellung bemerkt, dann auch in der Einführungsrunde. Es war keine Leistung da, schon am Start nicht. Sonst wäre ich (an Hamilton, Anm. d. Red.) vorbeigekommen“, erklärte Vettel den Grund für den Ausfall. 

Nicht der erste Defekt

Wieder war es ein technischer Defekt – wie schon in Malaysia vor einer Woche, als ihn ein Motorschaden schon im Qualifying aller Siegchancen beraubte. Schon damals wurde Kritik an den Entscheidungsträgern und der Crew von Ferrari laut.

Kritik, die nach dem neuerlichen Desaster in Rot noch härter werden wird. Vettel weiß das. Wohl deshalb nimmt er sich zurück – und seine Mechaniker in Schutz. „Die Jungs sind alle mit Vollgas dran, das Beste herauszuholen. Unsere Leute haben bisher unglaubliche Arbeit geleistet“, sagte der 30-Jährige.

Vettel: „Wir haben noch eine Chance“

Am Ende seiner Ausführungen hatte er dann zumindest wieder so viel Energie, dass er noch ein wenig Optimismus versprühte: „Wir werden bei den ausstehenden Rennen wieder mit Vollgas antreten. Wir haben noch eine Chance.“

Dennoch: Von Vettel werden aus Suzuka die Bilder der Verzweiflung in Erinnerung bleiben. Sie waren so eindringlich, dass selbst Mercedes-Boss Niki Lauda bei RTL einräumte: „Vettel tut mir so langsam leid.“

Was die Silberpfeile derzeit von Ferrari unterscheidet, unterstreicht ein kleines, aber wichtiges Detail. Mercedes hatte in der Nacht vor dem Rennen noch schnell ein Problem am Auto von Hamilton gelöst – und eine Zündkerze ausgetaucht.

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